Zusatzbeiträge Krankenkassen: Bundesregierung in der Kritik
Politik und Sozialverbände üben Kritik an der Bundesregierung
Wegen der geplanten Einführung von zusätzlichen Beiträgen für Millionen gesetzlich Versicherte in der Bundesrepublik nimmt die Kritik an der deutschen Regierung zu. Der Bremer Gesundheitsökonom Gerd Glaeske bemängelte am Donnerstag der laufenden Woche, die zusätzlichen Kosten wären vermeidbar gewesen, wenn sich die Bundesregierung um entsprechende Einsparungen im Gesundheitssystem gekümmert hätte.
Allein bei den aktuellen Ausgaben für Medikamente ließen sich bis zu drei Milliarden Euro im Jahr einsparen. Auch der bekannte Gesundheitsökonom Jürgen Wasem warf der deutschen Regierung hier erhebliche Versäumnisse vor. Aus der bayrischen CSU kam eine wiederholte Attacke gegen den amtierenden Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP). Der Minister will sich um Kostensenkungen bei Arzneimittel weiter bemühen.
Acht gesetzliche Krankenkassen hatten am Montag der laufenden Woche die Einführung von zusätzlichen Beiträgen von ungefähr 8 Euro angekündigt. Davon sind fast neun Millionen Mitglieder der Kassen betroffen. Die Krankenkassen rechtfertigen den aktuellen Schritt mit ihren weiter wachsenden Finanzlücken. Deutsche Politiker und Sozialverbände reagierten auf die Ankündigung mit scharfer Kritik auf die Pläne der Krankenkassen. Kartellwächter und die Versicherungsaufsicht wollen in den kommenden Wochen prüfen, ob die Zusatzbeiträge angemessen sind.
Wasem nahm die deutschen Krankenkassen allerdings in Schutz und bezeichnete die derzeitige Aufregung als vollkommen unverständlich. Viele Kassen hierzulande hätten sich “energisch bemüht” zu sparen. Die Krankenkassen hätten kurzfristig aber kaum eine andere Möglichkeit, ihre Ausgaben zu verringern. 95 Prozent ihrer Ausgaben seien “gesetzlich eindeutig vorgeschrieben”, erklärte er in einer aktuellen Stellungnahme. Diese aktuellen Regelungen müssten in Zukunft auf jeden Fall geändert werden. Hier müsse die Bundesregierung eingreifen.
This entry was posted on Donnerstag, Januar 28th, 2010 at 18:39 and is filed under Krankenversicherung, News. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site. Responses are currently closed, but you can trackback from your own site.