Schweinegrippe: Bundesländer wollen Impfstoff in den Nahen Osten verkaufen

Posted on Februar 16th, 2010. Written by informer.

261009BER024Die deutschen Bundesländer wollen einen Teil des eingelagerten Schweinegrippe-Impfstoffs offensichtlich an Länder im Nahen Osten weiter verkaufen. Es gebe entsprechende Vertragsverhandlungen, teilte ein zuständiger Sprecher der Bremer Gesundheitsbehörde am Dienstag der laufenden Woche mit und bestätigte damit einen aktuellen Bericht der Tageszeitung “taz” (heutige Ausgabe).

Anders als in dem aktuellen Beitrag berichtet, sei der entsprechende Verkauf aber kein Alleingang der Hansestadt Bremen, machte der Staatsrat der Gesundheitsbehörde, Hermann Schulte-Sasse, im Anschluss klar. Vielmehr verhandelten alle Bundesländer zusammen unter dem Vorsitz des Bundeslandes Niedersachsens mit Ländern, in denen es Bedarf an dem Schweinegrippe-Impfstoff gebe.

Weil die gesetzlichen Krankenkassen nur für verbrauchten Impfstoff zahlen, kommen auf die deutschen Bundesländer wegen sinkenden Interesses an einer Schweinegrippe-Impfung hohe Kosten zu. Alleine in der norddeutschen Stadt Bremen sollen das ziemlich genau zwei Millionen Euro für 240 000 nicht gebrauchte Impfdosen sein. Mit einem Verkauf des Impfstoffs könnten die aktuellen Ausgaben zumindest ein wenig gesenkt werden.

Bereits Anfang Januar des laufenden Jahres hatten sich die deutschen Bundesländer mit dem zuständigen Impfstoff-Hersteller darauf geeinigt, statt der in der Vergangenheit geplanten 50 Millionen Impfdosen ein Drittel weniger zu erwerben.

Im Moment wird in der Stadt Bremen an einer Evaluation der Impfkampagne zur sogenannten Schweinegrippe gearbeitet, betonte Schulte-Sasse in einer Stellungnahme. Dabei solle auch der Einfluss derdeutschen Medien auf das Impfverhalten detailliert untersucht werden. Ähnliche Untersuchungen habe es in der Vergangenheit bereits bei der Vogelgrippe gegeben, erklärte Schulte-Sasse zum Abschluss des Interviews.

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