Darmbakterien-Gene: Forscher erstellen aktuellen Katalog

Posted on März 4th, 2010. Written by informer.

18098Forscher erstellen aktuellen Katalog über Gene der Darmbakterien

Jede Person beherbergt ungefähr 160 unterschiedliche Bakterienarten in seinem Darmtrakt. Der meiste Teil davon gehört zur Grundausstattung der menschlichen Darmflora und kommt in den meisten Fällen bei allen Menschen vor.

Das berichtet ein globales Team aus Wissenschaftlern nach der detaillierten Analyse der Darmbakterien bei mindestens 124 Probanden. Die genaue Untersuchung des bakteriellen Erbguts sei auf jeden Fall eine wichtige Voraussetzung, um den Einfluss der menschlichen Darmflora auf die Gesundheit des jeweiligen Menschen besser zu verstehen, schreiben die internationalen Wissenschaftler im bekannten Fachblatt “Nature”.

Der Wissenschaftler Jun Wang von der Universität der dänischen Stadt Kopenhagen und seine zuständigen Mitarbeiter hatten aus den unterschiedlichen Stuhlproben von teilweise gesunden, teilweise übergewichtigen oder fettleibigen Versuchspersonen sowie von Menschen mit einer chronischen Darmerkrankung das Bakterienerbgut entnommen. Insgesamt identifizierten die internationalen Forscher mindestens 3,3 Millionen unterschiedliche Gene – schätzungsweise 150 Mal mehr als der Mensch besitzt. Deutlich mehr ehr als 99 Prozent der entsprechenden Gene ließen sich der Gruppe der Bakterien zuordnen, der verbleibende kleine Rest entfiel den aktuellen Angaben zufolge auf andere Mikroorganismen sowie unterschiedlichen Viren.

Die detaillierte Analyse der Daten ergab, dass sich jede vierte Versuchsperson ungefähr 40 Prozent “seiner” Bakteriengene mit mindestens der Hälfte der restlichen Probanden teilte. Einige der identifizierten Gene konnten die Wissenschaftler im Anschluss einzelnen Arten von Bakterien zuordnen, deren Gensequenz mittlerweile bekannt ist.

Wiederholt zeigte sich, dass ein großer Teil der bakteriellen Lebensgemeinschaft im menschlichen Darm offensichtlich bei den meisten Menschen ähnlich ist: 75 Arten von Bakterien fanden die Wissenschaftler bei mehr als der Hälfte der Versuchspersonen, immerhin noch 57 verschiedene Arten bei mehr als 90 Prozent der Probanden.

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